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Februar 2007 |
Im letzten Felmer Boten wurde über die Aktion "Weihnachten im Schuhkarton" berichtet, an der sich die Grundschule Felm beteiligt hatte.
Den Wenigsten ist wohl der Hintergrund des durchführenden Vereins "Geschenke der Hoffnung e.V." bekannt. Dieser Verein, der sich selbst als "überkonfessionell christlich" darstellt, hieß bis 2001 "Billy Graham Evangelistic Association Germany" und wird auch heute noch als Deutsche Unterorganisation der "Billy Graham Evangelistic Association" (BGEA) in den USA geführt. Billy Graham ist einer der einflussreichsten evangelikalen Fernseh- und Erweckungsprediger in den USA aus dem Spektrum der "Southern Baptists". "Weihnachten im Schuhkarton" ist das Deutsche Teilprojekt der weltweiten Aktion "Operation Christmas Child", die von der "Samaritans Purse", der Schwesterorganisation der BGEA organisiert wird. Erklärtes Ziel der Operation Christmas Child ist es, barmherzige Akte mit evangelikaler Mission zu verknüpfen.
Im Jahresbericht 2005 wurde über das Vorgehen berichtet: Nach der Verteilung der Geschenke zusammen mit einem "Gospel-book" im Rahmen einer weihnachtlichen Feier, wird wenige Wochen danach eine weitere dann schon eindeutiger missionierende Veranstaltung nachgeschoben. Wenn die Region im weiteren Verlauf erfolgversprechend erscheint, wird ein Missionarsehepaar dorthin entsandt. Die Auswahl der Spendenempfänger erfolgt nicht nur nach Hilfsbedürftigkeit, sondern auch nach Missionsgesichtspunkten. Das Zielgebiet umfasst vor allem ehemalige GUS-Staaten, in denen nach der Wende 1990 von Billy Graham umfangreiche Missionsbestrebungen gestartet worden waren. Warum Spenden z.B. in das wirtschaftlich boomende Land Litauen mit einem Alphabetisierungsgrad von 99,6% gehen sollen, erschließt sich ansonsten nicht. Der Verein "Geschenke der Hoffnung" tritt in Deutschland zurückhaltender auf, als die amerikanische Mutterorganisation; die missionarischen Ziele werden erst beim genaueren Hinsehen deutlich. So gelingt es, die zur Weihnachtszeit aufblühenden mitmenschlichen Regungen zu nutzen, ohne dass die Spender sich des Hintergrundes bewusst werden.
Das Konzept geht auf, wie man auch in Felm sehen konnte. Zweifellos haben die Felmer Kinder anderen Kindern eine Freude bereitet. Eine nachhaltige Hilfe zur Entwicklung wurde damit nicht geleistet, aber, ohne es zu wissen, die evangelikale Mission unterstützt.
Hartmut Kaiser