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Juni 2007 |
Aus der Eckernförder Zeitung vom 13.06.06
– Interesse wecken am Gemeindeleben – unter diesem Aspekt hatte der Verein „Felmer Bote“ am Montagabend zum ersten „Felmer Treff“ in den Krug eingeladen. Regelmäßig alle zwei Monate möchte der Verein, der den „Felmer Boten“ sowohl im Internet als auch in der Druckausgabe herausbringt, den Bürgern die Gelegenheit geben, eine Persönlichkeit aus ihrer Gemeinde besser kennenzulernen, aktuelle Themen zu besprechen, da dies in der Gemeindevertretersitzung oftmals nicht möglich ist, sowie positive und negative, konstruktive Kritik zu üben.
„Wir haben festgestellt, dass es in unserer Gemeinde wenig Treffmöglichkeiten gibt“, machte der Vereinsvorsitzende Hermann-Josef Thoben deutlich. Nun möchte der Verein, dessen Ziel es ist, die Information und Kommunikation im Dorf zu verbessern, mit dem Treff für eine solche neue Möglichkeit sorgen. Etwa 20 Einwohner waren gekommen, um zu hören, was der 1919 geborene, geladene Gast Dr. Volkmar von Arnim, dessen Familie mütterlicherseits um 1800 in den Kreis Eckernförde und auf das Gut Rathmannsdorf gekommen war, aus seinem bewegten Leben zu berichten hatte. Wie er nach dem Abitur anfing, Landwirtschaft zu studieren, im Krieg einen Arm verlor, zu Ende studierte, in seiner Doktorarbeit über „Krisen und Konjunkturen in der Landwirtschaft im 16. und 18. Jahrhundert“ schrieb, im Institut für Weltwirtschaft und für die ECE, die zur UNO gehörte, arbeitete. Zuerst in Kamerun, dann in Tunesien, Bukarest und Kanada. Schließlich war er in England als Generalkonsul als Botschafter für Wirtschaft und Entwicklungshilfe tätig. Seine schönste Zeit, wie er sagte.
Mit 65 Jahren kam er, nachdem er viele Sprachen und eine Menge über Länder und Menschen gelernt hatte, auf das Gut Rathmannsdorf zurück. Denn sein Großvater hatte ihm gesagt, Gut Rathmannsdorf werde einmal ihm gehören. „Und mit seinen Erbe muss man verbunden sein“, betonte Dr. Volkmar von Arnim.
Die Entwicklungen in der Gemeinde hat er immer mit großem Interesse beobachtet. Über diese informierte anschließend Bürgermeister Walter Selle. Er erklärte, dass im Hinblick auf den Radwegeschluss zwischen Felm und Felmerholz möglichst schnell die Vorverträge für Grunderwerb geschlossen werden müssen, dass die Gutsallee Rathmannsdorf unbedingt erneuert werden muss, dass man sich um Zuschüsse für den Erhalt der Felmerholzer Schule sowie um die bestmögliche Trägerschaft für einen Erhalt der Grundschule in Felm bemühe. Auch die Bürger äußerten Wünsche. Dr. Ursula Wenk, die eine dänische Pächterin für ihr neu eröffnetes Café an der Rathmannsdorfer Schleuse gefunden hatte, machte sich für eine durchgehende Radfahrverbindung von der Schleuse über das Gut Rathmannsdorf nach Felmerholz stark.
Die Resonanz der Einwohner auf den ersten „Felmer Treff“ war durchaus positiv. Die Bürger bezeichneten es als „Bereicherung“, Dr. Volkmar von Arnim besser kennengelernt zu haben und fühlten sich durch den Bürgermeister gut informiert über die gemeindlichen Angelegenheiten. Bemängelt wurde allerdings, dass es insbesondere seitens der Neubürger an Interesse für das Gemeindeleben mangele. Daher wurde angeregt, den nächsten Treff noch besser bekannt zu geben. „Wir nehmen diese Anregungen ernst“, versprach Hermann-Josef Thoben. Der nächste „Treff“ findet am Montag, 13. August, wieder um 20 Uhr im Felmer Krug statt.