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Februar 2007 |
Im November wurde nach einer vorher in den Kieler Nachrichten kommentierten Aktion der TELEKOM das noch vorhandene Münztelefon an der Schule in Felm gegen eine Notrufsäule ausgetauscht. Die Kabine und auch ein früher angebrachtes Kartentelefon waren schon den Weg alles Telekomischen gegangen. Nach der Privatisierung – Globalisierung – der Deutschen Post mit Telefon-Post-Postbank und dem Fraß der „Heuschrecken“(Müntefering) am Volksvermögen war schon die Zelle verschwunden.
Grund genug gab es dafür nach ihrer Leidenszeit als Litfasssäule für Grafitti und Demontagegelegenheit für überflüssige Kräfte der Dorfjugend wohl zu meist in nächtlicher Stunde. Die danach aufgestellte Säule mit Windschild wurde nicht unbedingt freundlicher behandelt, aber jetzt kann es nur ein Notruf sein, der einen Benutzer zu ihrem Gebrauch veranlassen könnte. Es sei denn, er läuft schon mit einer speziellen T-Karte herum, aus der er bei Wind und Wetter eine Nummer einspeisen und dann den ganz klein gedruckten und nur gebückt oder gehockt lesbaren Vorschriften folgt. Alles nur bei Tage und einem Kniebrett, auf welchem dann auch Notizen zu machen wären!
Und natürlich gilt an der Säule nur die TELEKOM – Identifikation, und alles was danach kommt, ist unmöglich zu begreifen von unserer Gesellschaft auf augenblicklichem PISA-Niveau. Und wenn irgendwann eine Mutter, die als Sozialhilfeempfängerin ihre hungernden Kinder nicht mehr ernähren kann, eine Hilfe nötig hat? Solche Nummern sind nicht angegeben, auch nicht diejenige der Telefonseelsorge! Was mag der Grund sein, dass die TELEKOM uns in Felm „abgehängt“ hat? Sicher auch zur "Bestrafung", dass wir nicht verhindern konnten, dass das einzige öffentliche Telefon weit (fast 4 km) und breit nicht mehr funktioniert. Mag sein, dass auch die Verbreitung der „Handys“ kaum noch jemanden nach einer Zelle suchen lässt. Geringer Umsatz? Das ist doch nicht vereinbar mit der Monopolstellung der TELEKOM.
Wer nun meint, dass er in dieser riesengroßen Firma mit jemanden über die abgebaute Telefonsäule sprechen könnte: Weit gefehlt! Ein gut trainiertes Call-Center nimmt freundlichst alle Klagen auf und leitet sie an die nächste unzuständige Stelle weiter! Ein Un-Zustand! Und bald wird auch das Call-Center nicht mehr in Deutschland antworten, sondern aus Bangalore oder Kapstadt, wo es jetzt auch schon viele Menschen gibt, die auf Deutsch telefonieren und deren Arbeitsstunde viel billiger ist als in Kiel. Auch das gehört zur Globalisierung – wir werden GLOBAL und haben nichts davon, nicht einmal eine öffentliche Telefonleitung! Und dabei soll doch die Globalisierung ein Fortschritt sein? Natürlich in der TELEKOM, solange dort noch Deutsche als MaNager tätig sind. Heuschrecken sind bisher nur in Afrika aufgetreten, aber mit zunehmender Wärme auch in nördlicheren Breiten wie Spanien-Italien-Türkei. Hier sollen sie ja auch schon sein, aber nur am Geld nagen. Auch andere Nagetiere kehren regelmäßig bei uns ein und rote Zettel weisen uns dann auf Schädlingsbekämpfung hin! Wenn dann wenigstens schon irgendwo ein Funkmast stünde, damit nicht nur die Not(durft)rufsäule an die „komische“ Tele erinnert, sondern auch das Funkloch über Felm endlich gestopft wäre.
Wir sind hier also wirklich abgehängt, und nun ist die Brücke auch noch kaputt! Nächstes Mal mehr zu diesem Thema, hoffentlich ist dann wenigstens dort das „Loch“ inzwischen wieder dicht gemacht???
Klaus Lehmbecker
24244 Felm/Hollin