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Februar 2007 |
PATCHWORKARBEITEN, SOWIE SKURRILE
OBJEKTE
AUS HOLZ, STEIN UND METALL
Sonderausstellung im Heimatmuseum
Am 19. Februar wurde im Heimatmuseum an der Mühle in Gettorf im Beisein von Bürgermeister Dieter Schönfeld eine besonders „farbenfreudige“ Sonderausstellung eröffnet. Stoffe, Steine, Holz und Metall, nun, was ist daran so außergewöhnlich, wird sich der Leser fragen?
Ein Tischleuchter
Beachtliches Können versteckt sich hinter dem Begriff Stoffe, denn hieraus verstehen es Sabine Jahnke und Monika Wodinski aus Gettorf von den „Ostseequiltern-Nord“, die schönsten Dinge zu zaubern. Bei einer kleinen Reise durch die Patchworkwelt bekommt der Besucher einen sehr eindrucksvollen Überblick des Quiltens vermittelt. Seit 2001 trifft sich die Gruppe „Ostseequilter-Nord“ regelmäßig und kann bereits auf einige Ausstellungen zurückblicken. Trotz großem Herzklopfen entschloss sich Sabine Jahnke mit Unterstützung von Monika Wodinski, einige Arbeiten im Heimatmuseum zu präsentieren. „Das Quilten und Patchen gibt es schon sehr, sehr lange“ erläutern die Aussteller. „Der älteste Quilt stammt, so glaube ich, sogar aus Ägypten von den alten Pharaonen“, berichtet Sabine J. weiter. Sie erklärt ferner das Patch Stoffstück bedeutet, Work Arbeit ausdrückt und Quilten nichts anderes wie Steppstich besagt. Hierbei erinnere ich mich lebhaft an die Steppdecke meiner Großmutter. Ich erinnere mich aber auch an den Film „Ein Amerikanischer Quilt“, der im Februar 1996 mit den Schauspielerinnen Winona Ryder und Anne Bancroft in die deutschen Kinos kam. In diesem Film wird erzählt, wie eine junge Frau, hin und her gerissen, ob sie ihren Freund nun heiraten solle oder nicht, kurz entschlossen zu ihrer Großmutter aufs Land reist. Diese ist mit ihren Freundinnen gerade dabei, nach alter amerikanischer Tradition für die Braut einen Hochzeitsquilt zu fertigen. Bei den täglichen „Arbeitstreffen“ der Frauen erfährt sie viel über die einzelnen, teils tragischen Geschichten der Frauen, die sich auch in den Quiltmotiven (den jeweiligen Blöcken) wiederfinden. „Blöcke haben alle Namen“ erklärt Frau Jahnke, „z. B. Dresdner Teller, Babyblock, Grandmother Flowergarden und viele, viele mehr und daran hat sich bis heute nichts geändert“.
Einige sehr schöne Patchworkarbeiten
Holz, Stein und Metall, aus diesen Materialien bestehen die skurrilen Objekte des Osdorfer Peter Logaida, der ebenfalls als Aussteller vertreten ist. Seine Arbeiten sprechen eine eigene Sprache. Das Holz und die Steine findet er bei seinen Spaziergängen. Eine umgestürzte Eiche liefert mit einem bizarr geformten Ast den Grundstock für eine weitere Arbeit. Ob nun Eberesche, Birke, Haselnuss oder ein Stück Holz aus dem Moor, Peter Logaida arbeitet mit jeglicher Art. Ungewöhnlich, abenteuerlich, fantastisch und auch eigenwillig geformte Gegenstände wird der Besucher vorfinden. Überwiegend gestaltet der Künstler Kerzenhalter. „Er sei ein großer Freund von Kerzenlicht, außerdem fertige er gerne Dinge, die nicht nur schön, sondern auch nützlich sind“, erklärt der Volkskünstler. Ein moderner Volkskünstler, so hat Dr. Heinrich Mehl von der Heimatgemeinschaft Eckernförde ihn bezeichnet und Fotos der Werke von Logaida in einem Buch mit veröffentlicht. Damit nicht genug. Eine Vielzahl der Objekte sind auf einer Wanderausstellung in Dänemark zu betrachten. Sie begann im August 2006 und wird zwei Jahre lang u.a. auf Langeland, in Sonderburg und Viborg zu sehen sein.
Die Aussteller: Monika Wodinski, Sabine Jahnke, Peter Logaida (v.l.)
Auf die Frage, wie er zu seiner Passion gekommen und ob er evtl. künstlerisch vorbelastet sei, beantwortet er kurz und knapp: „Auf der jährlichen Kunstausstellung bei meiner ehemaligen Arbeitsstelle kam mir die Idee – das kann ich auch - !“ Und er kann es wahrhaftig. Ausgemacht interessant ist, dass die am Objekt angebrachten Kerzen durchaus durch Steine ausgetauscht werden können. Die Halterungen hierfür sind oftmals vom Flohmarkt, auch Löffel und Gabeln findet der Betrachter.
Am besten ist es, liebe Leser, sie machen sich auf zu einem Besuch in das Heimatmuseum Gettorf, das es wieder einmal geschafft hat, eine ansprechende Ausstellung zu gestalten.Öffnungszeiten: Do. und Fr. von 14.00 – 17.00 Uhr
Text: Margarita Büttner
Fotos: Klaus Büttner