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Januar 2008 |
Den größten Teil der lokalen Nachrichten erfahren wir vermutlich nur über die beiden Zeitungen aus Eckernförde, aber auch nur wenig mehr und oft keine Hintergründe.
So geht es um die sagenhaften € 90.000, welche in den Gremien der Gemeindevertretung nunmehr für die sogenannte Gutsallee in Rathmannsdorf bewilligt werden sollen oder schon abgesegnet sind?
Diese Allee - wenn sie mit ihren etwa 150 m Länge gemessen an den früheren Tagelöhner-Häusern gemeint ist - hat ein recht altes Kopfsteinpflaster, welches jeden PKW zur langsamen Fahrt zwingt und damit zur geringsten Belästigung der Anlieger durch Lärm und möglichen "Feinstaub" beiträgt. Hier sind sicher keine Schilder als Hinweis auf spielende Kinder anzubringen oder auf eine Geschwindigkeitsbegrenzung bis 30 km. So ist also zu fragen, welcher verbessernde Zweck hinter dem seit einigen Jahren verfolgten Interesse der dort ansässigen Eigentümer steht? Eine Teilnahme am nächsten Wettbewerb eines schöneren Dorfes scheitert sicher an den anliegenden Flächen, die sich selbst und keinesfalls einer Verschönerung überlassen sind!
€ 90.000 sind ein stolzer Preis für solche in den Sand des Untergrunds gesetzten Steine, über welche dann bald eine Asphaltdecke verlegt werden muss, denn mit höherer Geschwindigkeit auf der Strecke steigt der Lärmpegel durch die Kopfsteine. Warum nicht sogleich Asphalt für die Piste, die dann auf die Felder der industriellen Gutswirtschaft führt und den Transport der jährlich unvermeidlichen Mengen an schwarzem und riechbaren Klärschlamm ans Ziel bringt? Vielleicht ist auch an eine Schnellstrecke gedacht über die Gutsallee unter der Eisenbahnbrücke hindurch über die Feldmark und den Feldweg zum Forsthaus in Hollin? Die Rebhühner sind schon seit einigen Jahren der schwarzen Pest entflogen und auch nicht mehr im Wege!
Asphalt würde vielleicht ein Zehntel der Steinverlegung kosten - immer vorausgesetzt dass es die gleichen Steine sind und nicht aus Schweden importierte maßgefertigte Granitschmuckssteine? Sonst wären die hohen Kosten für solche kurze Strecke nicht zu begreifen, aber begriffsstutzig zu sein ist nicht angeraten, wenn es um mögliche Zuwendungen aus Brüssel geht und nach Art der im Kaufhaus üblichen Lockangebote auch ein Griff in die wohlbehüteten Finanzen der Gemeinde erlaubt wäre. Darüber entscheiden dann die Gemeindevertreter und kommen damit der verantwortungsvollen Pflicht nach, die aus Steuern von den Bürgern erwirtschafteten Steuern auf Dauer sichtbar unterzubringen! Da alle Entscheidungen immer nur über politische Gremien getroffen werden und besonders aus höheren Instanzen nach festgelegter Routine Gelder ausgeteilt werden, ganz besonders vor Wahlen , ist der Geldsegen dem sagenhaften Schweinezyklus sehr ähnlich. Nur haben wir damit keine Hilfen für Schule, Kindergarten, Jugend und Sport und ähnliche Bedürfnisse, die für die Zukunft der Gemeinde sehr viel wichtiger wären. Aber auch dafür gibt es sicher eine passende Erklärung und Kinder und Jugendliche sind ja ein durchlaufender Posten von nur 10 Jahren, während eine Gutsallee ein Jahrhundertwerk bleibender Geldver(sch)wendung sein wird.
Übrigens wird eine solche Allee dann auch zu reinigen sein mit entsprechendem Maschinenpark aus dem von der Gemeinde dafür beauftragten Unternehmen. Zwar sind die asphaltierten früheren Feldwege der Gemeinde keine "Gutsalleen", aber sie könnten auch einer Pflege an den Kanten unterzogen werden, damit nicht vorzeitig Reparaturen nötig werden, weil Wasser nicht abläuft und Frostschäden für Abbruch sorgen.
Wer am 13 Januar noch dabei war - und weniger als die Hälfte derer, die im vorigen Jahr die Alte Schule in Felmerholz zu klein werden ließen - wird vernommen haben, welche Mühe andererseits verwendet werden muss, wenn um Genehmigungen und Zuwendungen für den überfälligen Umbau gekämpft werden muss. Den wackeren Ehrenamtlern war die Anstrengung einjähriger Behördengänge - und Sitzungen anzusehen. Sie sind umso mehr zu loben, als sie unabhängig und ohne Gremien oder "bedenkliche" Strukturen allein der Sache und uns allen einfach nur als Nachbarn dienen! Das soll die Verdienste der Gemeindevertreter nicht schmälern, aber sie sitzen immer am anderen Ende des Tisches und werden von ihren Parteien mit Zuwendungen beglückt!
Mit besten Grüßen
Klaus Lehmbecker