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25.06.08 |
Diese Nachrichten bleiben ohne Reaktion der sogenannten „mündigen Bürger“, von denen fast nur noch jeder 4. zur Wahl geht! Das ist die einzige Antwort auf Ausverkauf des Volksvermögens, nach den drei Säulen der Post (Brief-Bank-Telefon), nun auch die Bahn. Für die Sanierung des defizitären Staatshaushalts zahlen wir mit steigenden Gebühren und Steuern, nicht zu sprechen von Kosten der Energie und Treibstoff. Globalisierung wird als politische Religion verkauft und mit der Überführung des „mündigen“ in den „gläsernen“ Bürger per Dekret durchgesetzt. Die Iren pflegen nicht nur ihr Brauchtum, auch ihren Willen zu bürgerlicher Freiheit. Sie wanderten vor 200 Jahren aus nach Nord-Amerika. Jetzt hat die herrschende Klasse, die bekanntlich allein-herrschend konstituiert ist und den Begriff der „Volks-Abstimmung“ als Unwort empfindet – zum Glück noch nicht in der Schweiz ! – eine fast unlösbare politische Aufgabe mit Sein oder Nichtsein der Europäischen Union!
Vor diesem Hintergrund mussten wir uns von einst vom Staat garantierten öffentlichen und als Monopole bedingten Dienstleistungen „auf dem Lande“ verabschieden. Um den Preis des Abschieds von Technologie der Zukunft und Teilhabe am Fortschritt, an Bildung und Forschung, vom Arbeitsplatz und absehbar auch von verbesserter Infrastruktur sind viele in Schleswig-Holstein entstandene „weiße“ Flächen der unversorgten ländlichen Gemeinden das Zeichen für“Ab- und Auswanderung!“ In den neuen Bundesländern wurden die Telefonnetze nach der Wende „glasgefasert“, aber selbst das verhindert nicht einen Zustand, der erst in einigen Jahr sichtbar und dann auch in S.H. unveränderlich sein wird:
Wenn Telekommunikation (PC-Handy-Fernseher) weiterhin der großen Schar mehr oder weniger finanzkräftiger und börsen-abhängiger Technik-Freaks und Finanzjongleure als „Marktteilnehmer“ zugeordnet bleibt, können deren Kunden (solange sie denn noch als HarzVierer zahlungsfähig bleiben!) nur noch versuchen, sich in der Menge in eigener Regie zu organisieren. Solches Bemühen wäre vermutlich nur erfolgreich mit viel Zeit und einer Unterstützung nach Muster der Solar- und Windenergie. Andere europäische Länder haben die Folgen längst erkannt und gegengesteuert: So z.B. die Regionalregierung in Katalonien (Spanien) mit einer Subvention von allein € 110.000.000 für Versorgung in der Fläche bis 2010 zu 98% aller Haushalte mit Zugang zu Breitband-Technologie und digitaler Television.
In Italien ist Berlusconi nicht nur Wahlsieger als Tele-Magnat, sondern seine Regierung hat inzwischen auch den Bau von 1850 Antennenmasten ausgeschrieben, über welche Berlusconi sein Wahlversprechen erfüllen wird. Dass er damit auch selbst verdient sei ebenso vermerkt, wie die Tatsache, dass auch seine Wahlbürger einen Vorteil gewinnen und im Lande bleiben können! Dass es in beiden Fällen ausdrücklich um „technologische Demokratisierung“ und Verbesserung der territorialen Zusammenarbeit, sowie Konkurrenzfähigkeit der Industrie geht ist ebenso eindeutig wie weitsichtig, denn die Betreiber Telefonica, Vodafone , Orange und andere werden ausdrücklich in das System eingebunden. Und wenn sie an uns verdienen wollen, warum sie nicht in gleicher Weise zur Finanzierung zwingen? Das bedarf politischer Entscheidungen, und das ist unser größter Mangel. Siehe obige 40%. Oder sind die Vorteile für die Politikerkaste größer in weiteren Privatisierungen (UKH) und einem riesigen Brückenbauprojekt? Wissen wir denn, wann wir Straßen zu Radwegen umwidmen müssen?
Wie viel einfacher und billiger wäre das in S.H. mit Nutzung der unendlich vielen Windräder als Antennenträger ? Und genau die gleiche Frage an die Energie-Konzerne zur Nutzung des Stromnetzes für Telekommunikation? Vielleicht kommen beide Fragen aus Unkenntnis der dafür bestehenden Hindernisse, aber dann möge man deren Beseitigung wenigstens prüfen.
Im vorigen Jahrhundert verhalf deutsche Technologie wenigstens zur Landung auf dem Mond, aber nach verlorenem Krieg sind wir weiterhin bemüht, auch in friedlichen Auseinandersetzungen nicht an erster Stelle zu stehen, bestens bestätigt mit PISA!
KL 15.6.08