Amarilla im Glück – kleiner Krallenaffe bekam Ersatzmutter

Fast wäre das Leben der kleinen Amarilla schon ein paar Tage nach ihrer Geburt zu Ende gewesen. Zusammen mit zwei Zwillingsgeschwistern wurde der kleine Rotbauchtamarin am 8. August 2009 im kleinen Affenhaus des Tierparks Gettorf geboren. Die Tierpfleger hatten gleich ein wachsames Auge auf die kleinen Drillinge, denn während Zwillingsgeburten bei den südamerikanischen Krallenäffchen an der Tagesordnung sind, sind Drillingswürfe eher selten – und für die Jungtiere nicht ganz ungefährlich, denn für drei Babys reicht die Milch in den meisten Fällen nicht aus. Daher wird einer der Drillinge meist deutlich unterversorgt und rutscht irgendwann entkräftet vom Rücken des Elterntiers. 

So passierte es auch Amarilla und ihrer Schwester. Schon am 9. August fanden die Tierpfleger die beiden gerade noch rechtzeitig in den Spänen des Krallenaffengeheges. Tierpflegerin Sandra Evald nahm sich der kleinen Schwächlinge an, die anscheinend beide deutlich zu wenig Milch abbekommen hatte. Leider war Amarillas Schwester schon so geschwächt, dass sie noch im Laufe des Tages starb, aber für Amarilla kam die Rettung noch rechtzeitig. Nun begann für Sandra Evald eine spannende, aber auch strapazierende Zeit. Alle zwei Stunden musste sie ihrem kleinen Pflegekind die Flasche geben - Auch nachts. „Das war ganz schön anstrengend“, sagt die gebürtige Dänin, die im Rahmen ihrer Ausbildung zur Tierpflegerin für ein Auslandspraktikum in den Tierpark Gettorf kam und hier nach Abschluss ihrer Ausbildung schon seit 2 Jahren als Tierpflegerin angestellt ist, „erst in der Nacht immer wieder aufstehen, dann zur Arbeit und zwischendrin immer wieder nach Hause, das Fläschchen fertig machen“. 

Aber nun freut sie sich über den Erfolg: Dank Babymilchpulver und sorgfältiger Pflege hat sich Amarilla – so wurde das kleine Mädchen von Sandra genannt – prächtig entwickelt und kann nun schon langsam einen weiteren, wichtigen Schritt ins Leben tun: ab sofort verbringt die Kleine ihre Tage bereits wieder im Tierpark. Von 9-15 Uhr steht sie in einer Transportbox mit Gittertür im Gehege der Eltern und Geschwister, damit sich alle schon einmal neu aneinander gewöhnen können. Nur zum Füttern alle drei Stunden nimmt Sandra Evald die Kiste aus dem Gehege heraus. In einigen Wochen, wenn Amarilla ganz entwöhnt sein wird, wird die Box geöffnet werden, und das Jungtier schrittweise wieder ganz in ihre Gruppe zurückgeführt werden, in der ja das eine ihrer Zwillingsgeschwisterchen noch immer lebt. Pflegerin Sandra Evald muss sich nun also langsam schon wieder von ihrem Pflegling lösen. Sie sieht es mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Man hat sich doch schon ganz schön an die Kleine gewöhnt“, sagt sie, “aber schließlich ist es am wichtigsten, dass es ihr gut geht und sie ein richtiges Affenleben führen kann. Und das geht eben nur in ihrer Affenfamilie.“

Aber nicht nur bei den Rotbauchtamarinen hat sich Nachwuchs eingestellt. Auch bei den Totenkopfaffen ist gerade noch rechtzeitig zu den Herbstferien der erste Nachwuchs des Jahres eingetroffen (Foto links). Am 6. Oktober wurde das erste Baby geboren, und wenn man sich die runden Bäuche so einiger Totenkopfaffen-Weibchen ansieht, werden es in den nächsten Wochen sicherlich noch ein paar mehr werden. 

Besucht werden können die kleinen Affen und alle anderen Tiere des Tierparks noch bis zum Ende der Herbstferien täglich von 9-18 Uhr, danach täglich von 10 Uhr bis zum Dunkelwerden. 

 

 

Info: 
Öffnungszeiten des Tierparks: Der Tierpark ist täglich von 10 Uhr bis zum Dunkelwerden geöffnet. 
Eintritt: Kinder (2-13 Jahre) 4 €, Erwachsene 7 €, Gruppenpreise ab 20 Personen
Tierpark Gettorf, Süderstr. 33, 24214 Gettorf,
Tel.: 04346/41600, Fax: 04346 - 41600
E-Mail: info@tierparkgettorf.de
Homepage: www.tierparkgettorf.de